BVT für moderne Fahrerassistenzsysteme und gegen Tempobegrenzerreduzierung in LKW
29.01.2011 13:01
Verband nimmt zu Empfehlung des Verkehrsgerichtstages Stellung
Der Bundesverband der Transportunternehmen (BVT) begrüßt weite Teile der Empfehlungen des 49. Verkehrsgerichtstags zur Verkehrssicherheit. „Die Hersteller haben den Schlüssel für mehr Sicherheit in der Hand, wenn sie in allen Lkw moderne Fahrerassistenzsysteme kostengünstig anbieten“, so die Vorsitzende des BVT, die Transportunternehmerin Dagmar Wäscher. Zusätzlich müsse allerdings eine Schulung von Unternehmern und Fahrern erfolgen, damit die Systeme auch richtig zum Einsatz kommen. Auch die Empfehlung, bei schweren Verstößen verstärkt von der Möglichkeit der Gewinnabschöpfung und des Verfalls Gebrauch zu machen, überzeugt den Verband. Der Verband befürchtet allerdings, dass nicht immer derjenige in der Transportkette herangezogen wird, der den Vorteil hat, sondern jene, die sich am schlechtesten zur Wehr setzen kann.
Der Verband teilt die Auffassung, dass die EU-Sozialvorschriften für Fahrzeuge der Gewichtsklasse 2,8 bis 3,5 t nicht uneingeschränkt geeignet sind und die bestehenden Regelungen mindestens einsatzspezifisch anzupassen sind – noch besser wäre, die nur in Deutschland bestehende Regelung für diese Fahrzeugkategorie abzuschaffen. Nach Auffassung des Verbandes müsse es darüberhinaus spezifische EU-Sozialvorschriften für den Fernverkehr und den regionalen Lieferverkehr geben. „Denn was für den Fernverkehr richtig ist, passt beim Haus-zu-Haus-Verkehr nicht“, so Wäscher. Unternehmen und Fahrer in der täglichen regionalen Feinverteilung stellten die Waren überwiegend im Stop-and-Go-Verkehr zu. Daher seien sie mehr mit der Zustellungsprozedur beschäftigt als mit dem Lenken eines Fahrzeugs.
Kritik übt der Verband hingegen an der Empfehlung, die Begrenzer in LKW konsequent auf eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h einzusetzen. Die Verkehrssicherheit werde hierdurch nicht erhöht, weil beispielsweise dann Überholmanöver mit einem geringen Geschwindigkeits-Unterschied stattfinden
Der vom Verkehrsgerichtstag angemahnten Intensivierung von Kontrollen steht der Verband offen gegenüber. „Schwarze Schafe können dann beispielsweise weniger auf Kosten der anderen Rasen“, meint Wäscher. Es sei aber zu beachten, dass Deutschland im EU-Vergleich bereits eine sehr hohe Kontrolldichte hat. Hier müsse eine europaweite Harmonisierung angestrebt werden.
Der BVT vertritt vor allem kleinere und mittlere Transportunternehmen und damit die Interessen des „letzten Gliedes“ der logistischen Kette.
Kontakt: BVT, Dagmar Wäscher, Tel. 0231/236691, eMail: info@bvtev.de