Situation

Der gewerbliche Güterkraftverkehr

Der gewerbliche Güterkraftverkehr ist einer der Träger der wirtschaftlichen Mobilität. Sein gesetzlicher Rahmen ist das Güterkraftverkehrsgesetz. Im Gegensatz zum Werkverkehr, der gesetzlich definiert ist als die Güterbeförderung für eigene Zwecke eines Unternehmens, steht der gewerbliche Güterkraftverkehr als "öffentlicher" Verkehrsträger zur Deckung der Transportbedürfnisse der Bevölkerung und der Wirtschaft zur Verfügung.

Rechtlicher Rahmen

Den rechtlichen Rahmen regelt im Wesentlichen das Güterkraftverkehrsgesetz (GüKG) mit Rechtsverordnungen für Lkw über 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht (inklusive Anhänger) - man spricht hierbei vom erlaubnispflichtigen Güterkraftverkehr. Kleintransporter und Kombi-Pkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis 3,5 Tonnen (inklusive Anhänger) fallen unter den so genannten nicht-erlaubnispflichtigen Güterkraftverkehr. Der Güterkraftverkehr kann - speziell im Bereich des Regionalen Wirtschaftsverkehrs – weder durch die Binnenschifffahrt noch durch die Eisenbahn ersetzt werden.

Wirtschaftliche Lage

Die wirtschaftliche Lage des Transportgewerbes ist seit Jahren gekennzeichnet durch einen harten Wettbewerb, andauernden Preisverfall und die ständig sinkende Zahlungsmoral der überwiegend gewerblichen und industriellen Auftraggeber. Insbesondere in Zeiten schlechter Konjunktur nimmt dieser Wettbewerb vielfach ruinöse Ausmaße an. Nicht zuletzt in der kleingewerblichen Strukturierung und der relativ großen Zahl von neu auf den Markt hinzutretenden Firmen ist der Mangel an Eigenkapital als eines der größten wirtschaftlichen Probleme der Branche begründet.

Ökonomische Bedeutung

Das Transportgewerbe hat in der heutigen Zeit eine überragende und lebenswichtige Bedeutung für unsere gesamte Wirtschaft. Ohne den täglichen Einsatz der vielen kleineren Transportunternehme(r)n wäre die tägliche Versorgung der Bevölkerung mit Gütern des täglichen Bedarfs, wie Lebensmitteln, Pharmazeutika, Konsumgüter usw. nicht gewährleistet.

Die Bedeutung der kleinen und mittleren Unternehmen

Fast 80% aller Transporte werden von Unternehmen abgewickelt, die bis zu 20 Mitarbeiter beschäftigen. Dies sind bundesweit ca. 76.000 Unternehmen. Unser Straßenbild ist allerdings geprägt von Fahrzeugen mit Werbeaufschriften großer Transportsysteme. Wenige in der breiten Bevölkerung wissen, dass hinter den Logos dieser Systeme viele kleine und mittlere Transportunternehmen verborgen sind, die die tägliche Versorgung garantieren.

Ohne die Kleinen kein eCommerce

Was würde geschehen, wenn es sie nicht gäbe, die vielen Nah- und Fernverkehrsunternehmer, die als so Transportdienstleister für die Großunternehmen die wirkliche Arbeit leisten? Was aber wäre, wenn nicht die vielen Kleinunternehmen den tagtäglichen Transport mit Fahrzeugen sicherstellen würden? Sie sind es, die Logistik und eCommerce durch die Feinverteilung und Zwischentransporte von Gütern Leben einhauchen. Sie sind es, die virtuelle Warenströme zu realen Transporten werden lassen.

Der Wettbewerbsdruck trifft gerade die Kleinen

Wie in der gesamten Wirtschaft sind auch in der Transportbranche die tragenden Säulen die Klein- und Kleinstunternehmen. Durch zunehmenden Wettbewerbsdruck wird der Umgangston immer rauer und der "Überlebenskampf" immer härter. Die Leidtragenden aller Missstände sind am Ende der Auftragskette zu finden. Die Kleinen sind es, die zu wenig wahrgenommen werden in ihrer Bedeutung, sowohl von der Politik, wie auch von den Banken, Verladern, Kunden und insbesondere von ihren Auftraggebern. Der BVT will dazu ein Gegengewicht bilden.